Montag, 3. Januar 2011

Canberra - Wahlpflicht und Wehrrecht

In meinen mehr als 12 Monaten in Australien habe ich es noch nie in die Hauptstadt Australiens geschafft. Zum Teil lag es daran, dass ich mir zuerst andere Orte anschauen wollte, zum Teil auch daran, dass Canberra von jedem den ich fragte, außer denen die aus Canberra kommen, als ruhig bis langweilig beschrieben wurde. Um das selbst nachzuprüfen, hatte ich mir mit einem Freund am zweiten Adventwochenende ein Auto gemietet und wir haben uns auf die 290 km lange Strecke nach Canberra gemacht. Ein Auto zu haben, hat sich als sehr vorteilhaft herausgestellt, da man in Canberra nicht gern auf Taxis bzw. Busse angewiesen sein möchte. Die kommen da mindestens so selten, wie im unten beschriebenen Cairns. Auch hatten die Stimmen recht, dass es recht ruhig in Canberra ist, dennoch gibt es einiges zu sehen und zu erfahren. Am Samstag angekommen, nahmen wir direkt an einer Führung durch das australische Parlamentsgebäude teil. Da sich die Australier nach der Unabhängigkeit im Jahre 1901 nicht zwischen Melbourne und Sydney als Hauptstadt entscheiden konnten, bauten sie eine künstliche Stadt inmitten der beiden Metropolen, Canberra. Canberra ist demnach auch so gebaut, dass alles auf das Parlamentsgebäude ausgerichtet ist, welche selbst auf einer Anhöhe am südlichen Ende des Sees steht.
Darin befinden sich die Plenarräume des Repräsentantenhauses (ähnlich dem deutschen Bundestag) und des Senats (ähnlich dem deutschen Bundesrat) zusammen. Beide Organe haben die legislative Gewalt, wobei es jeoch meist so ist, dass das Repräsentantenhaus Gesetzentwürfe einbringt und der Senat und das Repräsentantenhaus sie dann solange bearbeiten, bis beide Organe der Verabschiedung zustimmen. Das Repräsentantenhaus besteht aus 150 Abgeordneten - einer pro Wahlkreis, welche ungefähr die gleiche Anzahl Bürger haben, der Senat aus 76 - 12 für jeden State (NSW, Victoria, Queensland, Southern Australia, Western Australia, Tasmania) und 2 für die beiden Territories (Northern Territy und Australian Capital Territory). Die Mitglieder des Repräsentantenhauses werden gemäß des Rangfolgewahlprinzipes gewählt. Das heißt auf dem Wahlzettel muss jeder allen Kandidaten nach seiner Präferenz ordnen. Beim Auszählen wird dann er mit den wenigsten Rang 1 Stimmen gestrichen und die Stimmen dieses Kandidaten auf die anderen Kandidaten verteilt und dann die Stimmen des 2. Ranges ausgezählt. Wenn ein Kandidat mehr als die Hälfte der Stimmen hat, hat er direkt gewonnen, da er in den weiteren Wahlgängen nicht überholt werden kann. Wählen ist übrigens Pflicht in Australien. Für unentschuldigtes Nichtwählen wird eine Strafe von 20 AUD fällig.
Da wie gesagt das Parlamentsgebäude das zentrale Gebäube in Canberra ist, hat man vom Dach aus auch einen sehr guten Ausblick über die Stadt. Am Abend suchten wir eine lange Zeit nach einem Restaurant. Da kaum jemand auf der Straße war, war es jedoch nicht leicht einen Ort ausfindig zumachen, an dem Restaurants gehäuft auftreten. Schließlich hatten wir es uns doch in einem Thai-Restaurant schmecken lassen. Am Sonntag planten wir 2 Stunden in das Kriegsdenkal und -museum zu gehen, woraus gleich 3.5 Stunden wurden, da die Sammlung an Kriegsartefakten und Nachbildungen und darin so erstaunlich groß ist, wie es in einem europäischen Museum schwer zu finden ist.
Australien, auch wenn es zurzeit des ersten Weltkrieges kaum 15 Jahre als unabhängiger Staat existierte, nahm an beiden Weltkriegen, sowie dem Vietnamkrieg und einigen Friedensmissionen teil. Im ersten Weltkrieg auf der Seite der Briten kämfend und das Ausmaß des Krieges und die Stärke der Gegner unterschätzend, erlitten die Australier erhebliche Verluste. Nach den schlechten Erfahrugen des ersten Weltkrieges haben sie die Situation zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges sicherlich nicht unterschätzt. Jedoch schreckten viele Männer, die die Rückkehrer von 1918 gesehen hatten, davor zurück sich für die Armee zumelden. Im ersten Weltkrieg kämpfte jeder Soldat freiwillig im Krieg für Australien. Daher durften Desateure nicht erschossen werden. Den Verlusten des ersten Weltkrieges nicht genug, wurde Australien am 19 Feb 1942 auch selbst zum Kriegsschauplatz und dies geschah zu einer Zeit zu der die meisten australischen Soldaten auf Schiffen auf dem Weg nach Europa waren. Nach dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbour nahmen sie Kurs auf die Nordküste Australiens, da die USA und Australien hier ihre strategischen Pazifikstützpunkte hatten. Dieser Angriff wird als "Pearl Harbour Australiens" bezeichnet, da die Japaner so die Gefahr aus dem Südpazifik auszuschalteten. Somit weitete sich der Krieg nach Australien selbst aus. Weiterhin griffen am 31 Mai 1942 3 japanische U-Boote den schweren Kreuzer USS Chicago im Hafen Sydneys an, konnten dabei jedoch nur die HMAS Kuttabul, eine umgebaute Fähre sinken.
Auch sehr beeindrucken ist die Sammlung von original Uniformen, einer Erste Hilfe Ausrüstung, Waffen jeglicher Art und verschiedener Länder, von deutschen Maschinengewehren, über japanische U-Boote, deutsche und englische Flugzeuge.
Insgesamt haben sich die 3 1/2 Stunden im Museum sehr gelohnt. Am Nachmittag traten wir auch direkt den Rückweg an. Etwas in Richtung Sydney hielten wir in einer Winzerei zum Mittagessen mit Wein an. Danach ging es an der Küste entlang über Wollongong zurück nach Sydney.

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Urlaub in Neuseeland und Australien - Teil 2

Australien

Am Freitag Morgen flogen wir sehr zeitig von Christchurch nach Melbourne, wo wir einen diesmal etwas sportlicheren Ford abholten um damit die Kurven der Great Ocean Road bis zu den Twelve Apostels abzufahren.
Auf dem Weg dahin hielten wir in Geelong, einer kleineren aber mit 160.000 Einwohnern immer noch der 12. größten Stadt Australiens, zum Mittagessen an. Durch einige Pausen , z.B. um freilebende Koala Bären zu beobachten und durch die vielen Kurven braucht man für die 250 km von Melbourne bis zu den Twelve Apostels gute 5 Stunden.
Mit auf einem freien Landstück, sah man auf einmal einen Helicopter vor uns und gleich war auch der Parkplatz ausgeschildert. Auch ohne einen Helicopterrundflug, ganz gewöhnlich vom Boden aus sehen die Felsformationen sehr beeindruckend aus. Die Gischt der vielen Wellen fängt sich an der Steilküste und lässt das Meer neblig erscheinen.
Nachdem wir uns satt gesehen haben, ging es an diesem Abend durch das Landesinner, vorbei an unzähligen Kuhherden und Milchfarmen zurück nach Melbourne, wo wir nach einem sehr langen Tag sehr froh waren endlich angekommen zu sein. Am Samstag, ließen wir uns, nachdem wir das Auto zurückgegeben hatten, ein leckeres Frühstück schmecken und schländerten danach über den Vicotria Markt. Weiterhin stand auf dem Program uns den Strand in St. Kilda anzuschauen und da am Strand Mittag zu essen und danach durch den Botanischen Garten zu spazieren bevor wir dann abends weiter nach Cairns geflogen sind. Da als letztes Flugzeug um Mitternacht angekommen, gab es ein Transportproblem, da um diese Zeit keine Busse fuhren und nur alle 5-10 Minuten mal 2-3 Taxis vorbeikamen, was eine Weile gebraucht hat bis die Passagiere des Fluges alle vom Flughafen abtransportiert wurden. Cairns begrüßte uns auch direkt mit tropischem Regen und schwülen 28°C. Am nächsten Tag schauten wir uns die Stadt an, die durch die vielen deutschen Touristen etwas an irgendeine Stadt in Spanien erinnerte, mit dem Unterschied, dass in Cairns nicht nur deutsche Touristen zu Gast sind, sondern diese auch von deutschen Backpackern in Restaurants bedient werden. Am Nachmittag stand dann eine Aktivität auf dem Programm, wir waren in einem nahegelegen Örtchen Wakeboarden, wo die einheimischen Wakeboardfreaks ihre Tricks vorzauberten. Nach einem weiteren Tag, den wir mit dem Auto nördlich von Cairns im Daintree National Park und dem welterbegeschützen Kuranda verbrachten, führen wir südlich nach Airlie Beach von wo am Dienstag Mittag unsere Segeltour zu den Whitsundays startete.
Leider hatte sich das Wetter die ganzen Tage nicht erheblich gebessert, sodass der eigentlich weiße Sandstrand am Whiteheaven Beach eher grau aussah. Dennoch war die Unterwasserwelt beeindruckend. Neben vielen bunten Fischen, haben wir auf einigen Tauchgängen auch Haie und Schildkröten gesehen.
Auch allein das Tauchen entlang des Riffs und zwischen den Felsformationen war ein Abenteuer. Leider gingen diese zwei Tage sehr schnell vorbei und wir segelten über eine nicht mehr ganz so raue See zurück nach Airlie Beach, wo wir auch schon den Heimweg antreten mussten. Dieser brachte jedoch nochmal einen atemberaubenden Blick über die Whitesundays. Hamilton Island, eine Urlaubsinsel inmitten der Whitsundays mit mehreren Luxushotels, beherbergt einen Flughafen von dem aus der Luxustourist direkt mit seinem eigenen Golfcaddy zum Hotel fahren kann. Für uns ging es in die andere Richtung, entlang Australiens Ostküste über Brisbane, zurück zum angenehmen Klima Sydneys.

Samstag, 6. November 2010

Urlaub in Neuseeland und Australien

Neuseeland

Seit dem Ende unseres Urlaubes habe ich mich bisher immer davor gedrückt einen blog Eintrag dazu zuschreiben, da es einfach so viel zu erzählen gibt und ich nicht weiß wo ich anfangen soll.

Vor nun einem Monat hatte 2 Wochen Urlaub in denen ich zusammen mit Steffi Neuseeland und Australien erkundet habe. Am 1. Oktober flogen wir nachts von Sydney nach Christchurch, der zweitgrößten Stadt Neuseelands und größten Stadt der Südinsel. Am Samstag Morgen haben wir uns dann unsere Wohnung für die folgende Woche ausgeliehen. Nach einer kleinen Einweisung in das Wohnmobil, durfte ich das 5 Meter lange Gefährt vom Hof fahren. Mit „so viel Heck“ um die Kurven zu fahren, war schon sehr gewöhnungsbedürftig und zum Glück ging es 1800 der 2000 km außerorts nur geradeaus.

Nach dem Beziehen der neuen Wohnung und einem großen Einkauf im nahe gelegen Supermarkt, haben wir Christchruch nach Süden verlassen und uns auf die langen manchmal einsamen und manchmal von Wohnmobilen besetzten Straßen Neuseelands zu begeben. Nach einigen Stunden waren wir inmitten von schneebedeckten Bergen und blauen Bergseen, wie dem Lake Tekapo und Lake Pukaki. Es begann schon zu dämmern als wir uns entlang des Lake Pukaku zum Mt Cook, dem höchsten Berg Neuseelands aufmachten. Da es eine sternenklare Frühlingsnacht war und es auch bis zu 5°C kalt wurde, wollten wir gern auf einem Campingplatz übernachten. Kurz vor 20 Uhr fanden wir einen Campingplatz der uns noch aufnahm und wo wir uns mit Wasser und Strom versorgen konnten. Am nächsten Morgen macht wir uns weiter nach Süden auf. Unser Ziel für diesen Tag war Te Anau eine sehr schöne, kleinere Stadt am gleichnamigen See. Auf der anderen Seite des Sees gelegen gibt es eine Glühwürmchenhöhle, durch welche wir abends eine Führung mit kleiner Bootstour unternahmen.


Vom südlichsten Punkt unserer Reise bei 45,6 Grad Süd ging es nun wieder etwas nordwestlich zum Fjordland Nationalpark, in welchem der berühmte Milford Sound liegt. An diesem nebligen Morgen ging es entlang des Lake Te Anau in die Bergkette an der Westküste, wo man eine zum Teil enge Straße mit Serpentinen und einem Tunnel passieren muss, bevor man von den Bergen zurück auf Meeresniveau am wunderschönen Milford Sound Fjord ankommt. Wenn man da ist sollte man auch unbedingt eine Schifffahrt auf dem Fjord unternehmen, wobei man wenn man Glück hat, Pinguine oder Delphine sehen kann. Wir hatten das Glück, dass der Himmel nach dem nebligen und wolkigen Morgen aufklarte und wir am Mittag sehr schönen Sonnenschein hatten, was bei 6.7m Regen pro Jahr an der Westküste eher selten der Fall ist.


Die meiner Meinung nach schönste Stadt Neuseelands, in den Bergen am See Wakatipu gelegen, ist Queenstown, wo wir uns für 2 Tage aufgehalten haben. Queenstown ist auch die Stadt, des Abenteuersports und der outdoor Aktivitäten. Von Gleitschirmfliegen, über Fallschirmspringen zu bungee jumping oder eine Powerbootfahrt auf dem einmündenden Fluss ist vieles möglich. Auf der anderen Seite kann man auch einfach am See oder im Queenstown Gardens entspannen, ein Eis schlecken, shoppen oder abends schön essen gehen.

Die letzte Etappe unserer Neuseelandreise führte entlang der Westküste, vorbei am Fox Gletscher und Franz Josef Gletscher nach Hokatika und von da zurück nach Christchurch. Dies waren die einzigen 2 Tage mit nicht so gutem Wetter, was bei bis zu 12m Regen im Jahr auch kein Wunder ist. Das Interessante ist, dass sowohl der Fox Gletscher als auch der Fraz Josef Gletscher nur 12 bzw. 20km vom Mt Cook entfernt sind, man aber um mit dem Auto von der einen Seite der Bergkette zu anderen zu gelangen mindestens 480km fahren muss. Wir haben dafür mit den anderen Ausflügen 5 Tage gebraucht.

Auf der Fahrt entlang der Westküste ist uns noch eine lustige Sache passiert. Auf dem Weg zu den Gletschern hielten wir an einem Rastplatz am Strand, gingen eine Runde spazieren und haben da auch gleich Mittag gegessen. Als wir aßen, war auf einmal ein dumpf brüllender Motor zu hören und links neben uns parkte ein schwarzer Lamborghini ein. Ich dachte mir, dass das fast noch unwahrscheinlich in Neuseeland ist, wie Sonnenschein an der Westküste, aber damit nicht genug. Der Mann stieg aus und wartete auf seine Frau, welche rechts neben uns ihren Aston Martin geparkt hatte. Dann gingen die beiden auch eine Runde spazieren, da sie sich ja auf der Straße nur durch den Rückspiegel gesehen hatten. Um herauszufinden wie unwahrscheinlich, dass in Neuseeland ist, habe ich versucht die Anzahl der zugelassenen Lamborghinis in Neuseeland herauszufinden. Wenn man bei ebay motors in der Modellauswahl Lamborghini auswählt erhält man zurzeit auf der deutschen Seite ein Angebot, auf der australischen Seite 9 Angebote und 165 Angebote in den USA. In Neuseeland kann man da nur Lamborghini Modelle kaufen. Auch auf lamborghini.co.nz gibt es gerade nur einen auf der Nordinsel gebraucht zu kaufen. Also können wirklich nicht sehr viele jemals auf die Südinsel geschifft worden sein. Mich würde mal interessieren wie viele es auf der Welt insgesamt gibt.



An unserem letzten Tag haben wir uns noch etwas im auch sehr schönen Christchurch umgeschaut und unsere Wohnung der letzten Woche auf einem Campingplatz gesäubert, wo uns einer der Langzeitcamper seinen Staubsauger angeboten hat und uns vom Erdbeben am 4. September erzählt hat. Mit ihm haben wir uns fast solange verquatscht, dass wir die Tour zum hostel in der Stadt und zurück zur Nähe des Flughafens fast nicht mehr bis 16:30 Uhr geschafft hatten. Zum Glück waren, die Leute bei der Abgabe so kulant, dass sie am Freitagnachmittag auch 16:32 Uhr noch den letzten van entgegen genommen haben.

Nach einer sehr schönen Woche und einem schönen Abend in Christchurch ging es Samstag früh um 7:00 wieder zurück nach Australien.

Sonntag, 19. September 2010

Guten Morgen Sydney


In der Woche vor meines 2-wöchigen Deutschland Aufenthaltes bin ich dazu gekommen Sydneys Skyline am Morgen zu fotografieren. Um 6:34 Uhr ging die Sonne am Montag, den 16. August auf. Das war auch der Start einer recht stressigen Woche, da es die Woche meines Umzuges war. Das heißt ich habe all mein Hab und Gut aus meiner alten Wohnung in ein Schließfach in der Stadt gebracht. Nach 5 oder 6 Touren mit 2-3 Koffern, Beuteln, Rucksäcken oder Boxen hatte sich mein Zimmer geleert und das 1 m^3 Schließfach gefuellt. Am Freitag Nachmittag sollte die seit 3 Wochen geplant Schlüsselübergabe stattfinden, wofür die vielbeschäftigte Maklerin auf einmal keine Zeit mehr hatte. Das hatte noch meinen Zeitplan durcheinander gebracht und meinen Abflug etwas knapp werden lassen, da ich nicht direkt von meiner Wohnung zum Flughafen fahren konnte, sondern erst nochmal zu deren Büro musste um ein Formular auszufüllen. Da der Flug dann eine Stunde zu spät war, war die Hektik wie so oft umsonst. Kurz nach 17 Uhr war mir das dann alles egal, nachdem dann alles verstaut, gesichert und geklärt war, konnte ich mich im Sitz zurücklegen und entspannen in Richtung Norden abheben.

Sonntag, 8. August 2010

Sydney im Winter

Jetzt Anfang August befindet sich Sydney immer noch in Mitten des Winters, welcher sich jedoch seit der letzten Woche als recht angenehm präsentiert. Mit wolkenlosem Himmel und Temperaturen von 8 Grad nachts bis zu 20 Grad tagsüber lässt es sich draußen sehr gut aushalten.

Da letzes Wochenende unser Fußballspiel noch wegen Regen ausgefallen war, spielen wir dieses Wochenende 2 Spiele. Eines davon mit das kurioseste meiner Fußballkariere hatten wir gestern. Wiedermal nur zu zehnt diesmal aber gegen 11 von Beginn an, lief es in der 1. Halbzeit gegen uns. Nach einiger Zeit und einem Elfmeter gegen uns, hatten wir einen Rückstand von 1:3 angesammelt. Dazu kam noch dass wir wegen Rangeleien eine rote Karte kassierte, die gegnerische Mannschaft jedoch gleich 2, sodass die Partie wieder ausgeglichener war. Nach einer Formationsumstellung und einer Besinnung auf's Fußballspielen lief die 2. Halbzeit überaschend positiv. Ich rückte ins Mittelfeld vor und konnte den Ball nach einer vergebenen Chance ins Tor stolpern und damit den Anschlusstreffer markieren. Auf einmal lief's wie ein Länderspiel und wir konnten nachlegen und vorbeiziehen. Daran konnte auch ein weiterer Elfmeter gegen uns nichts ändern, sodass wir 5:4 gewannen.

Meine andere Wochenendbeschäftigung in den letzten 2 Wochen war die Wohnungssuche. Nachdem ich Ende Juli die Kündigung meines Mietvertrages zu Ende August erhalten habe, bin ich gerade dabei mich nach einer neuen Bleibe umzuschauen. Generell ist es hier gut möglich innerhalb von 2 Wochen eine Wohnung zu finden und dann auch direkt schon drin zu wohnen. Die Möglichkeit so schnell etwas zu finden hat mich am Anfang verwundert und ich habe es mehr auf die vielen Wohnungen die angeboten und nachgefragt werden geschoben. Mittlerweile sind mir weitere Gründe dafür aufgefallen, z.B. die Kündigungsklauseln der Mietverträge. Bei einem "fixed-term" Vertrag, so wie jede Wohnung hier vermietet wird, kann jede Partei, mit 14-tägiger Frist zum Ende des Vertrages kündigen. D.h. man sollte auch schnell etwas finden können um die Zeit dazwischen nicht im Hotel übernachten zu müssen. Auch bei einem unbefristeten Vertrag sind die Kündigungenfristen mit 60 Tagen nicht zu groß.
Wenn man sich bei Wohnungsbesichtigungen die anderen Interessent anschaut, habe ich letzter Zeit auch vereinzelt ältere Herren mit großem Geldbeutel festgestellt, die eigentlich zu einem Verkauf eines Apartments im gleichen Gebäude wollten. Ein größes Geschäft der hiesigen Maklerbüros scheint auch darin zu bestehen, Apartments an Investoren zu verkaufen und sie danach für sie zu verwalten und eine möglichst hohe Rendite für die Geldgeber herauszuholen.
Wie auch immer, mittlerweile habe ich eingesehen, dass es noch andere schöne Wohnung in Sydney gibt, für die ich mich einfach entscheiden muss und das es der Umzug neben dem ganzen Aufwand auch etwas Positives hat. Bis dahin genieße ich die noch verbleibenden schönen Sonntag hier.