Mir ist aufgefallen, dass ich seit Ende März schon keinen Post mehr geschrieben habe. Das sind die zweieinhalb Monate gewesen, die ich mich mehr mit den CFA Büchern beschäftigt habe. Letztes Wochenende zum Glück fand die Prüfung endlich auf dem früheren Olympiagelände in Sydney statt. Mit mir haben 2000 andere Studenten im Dome, einer riesigen Halle auf dem Olympiagelände einen ganzen Sonntag verbracht. Viel mehr Spektakuläres gibt es zum letzten Wochenende nicht zu sagen, jedoch will ich eine Geschichte aus den vergangenen Wochen erzählen, die uns an einen schönen Ort zum Lernen für die Prüfung gebracht hat.
Einen Mittwoch fuhr ich nach der Arbeit mit dem Fahrrad nach Hause und hatte auf halben Weg einen Totalzusamenbruch des Hinterrades. Der Kollateralschaden belief sich auf fünf gebrochene Speichen und eine Acht im Rad die von der einen Rahmengabel bis zur anderen gereicht hätte, wenn die Bremse das nicht verhindert hätte. Nach einer kurzen Beratung mit der lokalen Fahrradwerkstatt, welche empfahl direkt das ganze Rad auszutauschen, was sie auch sehr gern für A$140 plus Einbau, also sagen wir A$180+ gemacht hätten, dachte ich, das kann ich auch selbst machen. Nach einer google Suche fand ich einen Fahrradshop etwas außerhalb Sydneys, in Woy Woy an der Central Coast. In dieser Gegend waren wir noch nie, also bot es sich wunderbar für einen Tagesausflug an. Mit CFA Buch im Gepäck ging es also nach Woy Woy, wo wir auch recht schnell fündig wurden und bei dem Rad inklusive Kettenritzel Werkzeug zugeschlagen haben. Nicht zu vergessen, dass sich mein Vokabular um eine weitere lebenswichtige Vokabel vergrößert hat. Ein "cassette removal tool" ist die englische Übersetzung für das, wofür ich im Deutschen kein eigenständiges Wort weiß. Den Rest des Tages haben wir uns positiv von der Schönheit der Central Coast überraschen lassen. Hier ein paar Eindrücke von dem Streifen Erde zwischen Woy Woy und der australischen Copacabana.
Zurück zu Hause, wollte ich die neue Errungenschaft direkt ausprobieren und wurde schnell enttäuscht, ein inkompatibles System zu meinem bestehenden Rad gekauft zu haben. Das hieß sowohl das Rad als auch das zugehörige Werkzeug waren umsonst gekauft. Nur den schönen Tagesausflug hätten wir sonst nicht gehabt. Da mein Problem immer noch nicht behoben war und ich nun die Idee eines ganzen neuen Rades auch abgehakt hatte, mussten einfach fünf neue Speichen her. Diesmal bin ich in einen anderen Fahrradladen in der Stadt gefahren um ein paar neue Speichen und einen Speichenschlüssel zu kaufen. Der gute Mann konnte mir direkt die richtige Länge heraussuchen, was vorher mein größtes Bedenken war. Er gab mir fünf neue Speichen inklusive Nippel und Speichenschlüssel und meinte ich soll an der Kasse bezahlen. Da angekommen gibt sein Kollege es in den Computer ein, es rechnet eine Weile und er sagt dann A$45 bitte. Ich dachte erst er hätte einen Fehler gemacht. Ich hatte den deutschen Preismaßstab von vielleicht 0.50 EUR angelegt und bin auch nach dem Umrechnen in AUD in den obligatorischen +20% bis +50% maximal auf zwei Dollar pro Speiche gekommen. Weil es sonst keiner glaubt, habe ich den Kassenzettel von meinen fünf A$6 Speichen angehängt.
Ok, die spannende Frage ist nun jedoch noch, ob das nun wirklich funktioniert. Nach so viel Anstrengung, dem Rad für A$80, den Speichen und Schlüssel für A$45 sollte ich mein Hinterrad doch nun endlich wieder in Gang bringen, was auch funktioniert hat. Seitdem fahre ich wieder mit einem gut zentrierten und einwandfreien Hinterrad über Sydneys Hügel. Achso, falls irgendjemand ein neues Shimano Hinterrad benötigt, ich versteigere es ab heute bei ebay.
Sonntag, 10. Juni 2012
Freitag, 9. März 2012
327.6 mm continued
Das lustige Bild der letzten Tage ist sicherlich noch dieses.
Andere Überschwemmungsbilder waren sicherlich weniger lustig. In nur 24 Stunden fielen in Sydney über 100 Liter Regen pro Quadratmeter oder auch der gesamte Regen des Monats.
Das meiste davon ergoss sich am Donnerstag morgen, als viele Menschen, unter anderem ich, zur Arbeit wollten. Ich bekam etwas zu sehen, was ich noch nie vorher, hier oder irgendwo anders, gesehen habe. Die Straße, die ich normalerweise vom Bus zur Arbeit laufe, verwandelte sich in einen Fluss. Aus allen Abflüssen kam das Wasser als Fontäne nach oben geschossen, anstatt abzulaufen. Ich war weise und hatte meine Laufschuhe auf den Weg angezogen. Diese hielten exakt 30 Sekunden nach dem Aussteigen aus dem Bus bevor ich beim Überqueren der Straße unausweichlich durch die 3cm hohen Wassermassen steigen musste. Den Mann vor mir konnte auch sein 1.20m breiter Regenschirm nicht helfen. Dazu hatte er seine guten Lederschuhe an, die so schnell wie meine komplett durchgeweicht wurden und in denen er wohl den ganzen Tag verbringen musste. Unglaublicherweise war auch der Wasserstand im Hafen, der direkt Zugang zum offenen Meer hat um mindestens einen Meter höher als normal, sodass die untereste Stufe des Steges unter Wasser war. Insgesamt war der Donnerstag ein ziemlich trüber, jedoch unglaublich außergewöhnlicher Tag, dessen Leid mit ein paar mehr Sonnenstrahlen am Wochenende kompensiert werden sollte. Mal sehen, ob das Wetter hier gerecht ist.
Andere Überschwemmungsbilder waren sicherlich weniger lustig. In nur 24 Stunden fielen in Sydney über 100 Liter Regen pro Quadratmeter oder auch der gesamte Regen des Monats.
Das meiste davon ergoss sich am Donnerstag morgen, als viele Menschen, unter anderem ich, zur Arbeit wollten. Ich bekam etwas zu sehen, was ich noch nie vorher, hier oder irgendwo anders, gesehen habe. Die Straße, die ich normalerweise vom Bus zur Arbeit laufe, verwandelte sich in einen Fluss. Aus allen Abflüssen kam das Wasser als Fontäne nach oben geschossen, anstatt abzulaufen. Ich war weise und hatte meine Laufschuhe auf den Weg angezogen. Diese hielten exakt 30 Sekunden nach dem Aussteigen aus dem Bus bevor ich beim Überqueren der Straße unausweichlich durch die 3cm hohen Wassermassen steigen musste. Den Mann vor mir konnte auch sein 1.20m breiter Regenschirm nicht helfen. Dazu hatte er seine guten Lederschuhe an, die so schnell wie meine komplett durchgeweicht wurden und in denen er wohl den ganzen Tag verbringen musste. Unglaublicherweise war auch der Wasserstand im Hafen, der direkt Zugang zum offenen Meer hat um mindestens einen Meter höher als normal, sodass die untereste Stufe des Steges unter Wasser war. Insgesamt war der Donnerstag ein ziemlich trüber, jedoch unglaublich außergewöhnlicher Tag, dessen Leid mit ein paar mehr Sonnenstrahlen am Wochenende kompensiert werden sollte. Mal sehen, ob das Wetter hier gerecht ist.
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Mittwoch, 1. Februar 2012
Sommerliches Weihnachten
Auch wenn ich nun schon drei Adventszeiten im Sommer verbracht habe, hatte ich jedoch noch nie Weihnachten und Silvester auf die australische Art gefeiert. Anfang Dezember begann dies mit einem Weihnachtskonzert unter freiem Himmel. Unsere Gemeinde hat dazu eine Bühne im Park aufgebaut und auch einen der blühenden Jacaranda-Bäume weihnachtlich geschmückt.
Zum Glück wurde das Wetter besser als Weihnachten näher kam, sodass wir am ersten Weihnachtsfeiertag Weihnachten auf die australische Weise mit einem Barbecue im Freien feiern konnten. Australier machen dies traditionell am zweiten Weihnachtsfeiertag und treffen sich am ersten Feiertag zum großen Familienmittagessen, wenn auch die Geschenke geschenkt werden. Heiligabend hingegen wird eher unter Freunden im Pub verbracht. Ganz auf australische Sitten umgestellt haben wir uns noch nicht und wir bescherten uns daher wie gewohnt am Heiligabend.
Ich war an den drei Tagen zwischen den Jahren arbeiten. Dies waren die wohl ruhigsten Tage auf Arbeit hier überhaupt. Der Straßen am morgen waren so wie das Büro nicht einmal halb gefüllt. Schnell nahte Silvester und daher liefen die Vorbereitungen für das Silvester Feuerwerk auf Sydneys Harbour Bridge in vollem Gange. Insgesamt wurden für das Feuerwerk $6.5 Millionen ausgegeben. Im Vergleich dazu hat London 1.9 Millionen GBP für die gesamte Show ausgegeben, Dubai veröffentlicht es nicht und auch für New York ist es schwer herauszufinden. Hier noch eine sehr schöne Bildersammlung des letztjährigen Silvesters um die Welt.
Wie im letzten blog post berichtet, war das Wetter Anfang Dezember leider so schlecht, dass man das Konzert nach innen verlegen musste. Das einzig Gute daran war, dass es mit 18 Grad Maximum so kühl war, dass man einen Glühwein im Sommer vertragen konnte. Also bereiteten wir direkt nach dem Konzert einen zu.
Zum Glück wurde das Wetter besser als Weihnachten näher kam, sodass wir am ersten Weihnachtsfeiertag Weihnachten auf die australische Weise mit einem Barbecue im Freien feiern konnten. Australier machen dies traditionell am zweiten Weihnachtsfeiertag und treffen sich am ersten Feiertag zum großen Familienmittagessen, wenn auch die Geschenke geschenkt werden. Heiligabend hingegen wird eher unter Freunden im Pub verbracht. Ganz auf australische Sitten umgestellt haben wir uns noch nicht und wir bescherten uns daher wie gewohnt am Heiligabend.
Ich war an den drei Tagen zwischen den Jahren arbeiten. Dies waren die wohl ruhigsten Tage auf Arbeit hier überhaupt. Der Straßen am morgen waren so wie das Büro nicht einmal halb gefüllt. Schnell nahte Silvester und daher liefen die Vorbereitungen für das Silvester Feuerwerk auf Sydneys Harbour Bridge in vollem Gange. Insgesamt wurden für das Feuerwerk $6.5 Millionen ausgegeben. Im Vergleich dazu hat London 1.9 Millionen GBP für die gesamte Show ausgegeben, Dubai veröffentlicht es nicht und auch für New York ist es schwer herauszufinden. Hier noch eine sehr schöne Bildersammlung des letztjährigen Silvesters um die Welt.
Und so sah es von unserer Perspektive aus ...
Sonntag, 27. November 2011
327.6mm ...
betrug der Niederschlag in Sydney am niederschlagsreichten Tag, dem sechsten August 1986. Dies sind 327.6 Liter pro Quadratmeter oder ungefähr die Hälfte des durchschnittlichen Jahresniederschlags von Dresden.
Diese Woche sind wir zwar nicht in ganz in die Nähe dieses Rekordes gekommen, aber mit 90 Liter pro Quadratmeter hatten wir eine recht nasse Woche. In der Tat sehen wir heute das erste Mal seit 5 Tagen wieder die Sonne. Eine solch lange Phase mit völliger Bewölkung, ohne auch nur einmal das Sonnenlicht zu sehen, habe ich hier bisher noch nicht erlebt.
Dadurch bin ich auf die Idee gekommen mal wieder Wikipedia zu befragen und das "regnerische" London mit dem "sonnigen" Sydney verglichen. Mein bisheriger Eindruck von Sydneys Wetter ist, dass es hier im Vergleich zu Deutschland stärker regnet, der Wind stärker weht und die Sonne stärker scheint. Etwas überrascht hat mich Wikipedia jedoch schon.
Im Gegensatz zu den allgemeinen Erwartungen an englisches und australisches Wetter ist dies sicherlich sehr überschaschend. Nun war die Meinung unserer englischen Mitbewohner: "In Sydney regent es seltener aber dafür stärker im Vergleich zu London". Wikipedia liefert auch einen Vergleich dafür
Nur von diesen beiden Statistiken würde man wohl klar London bevorzugen. Man kann das Wetter in Sydney jedoch auch nicht so schlecht reden. Es gibt hier auch viele sehr schöne Tage mit Temparaturen zwischen 18 und 24 Grad, blauem Himmel und viel Sonne. Diese Statistik gewinnt Sydney damit erwartungsgemäß.
Diese Woche sind wir zwar nicht in ganz in die Nähe dieses Rekordes gekommen, aber mit 90 Liter pro Quadratmeter hatten wir eine recht nasse Woche. In der Tat sehen wir heute das erste Mal seit 5 Tagen wieder die Sonne. Eine solch lange Phase mit völliger Bewölkung, ohne auch nur einmal das Sonnenlicht zu sehen, habe ich hier bisher noch nicht erlebt.
Dadurch bin ich auf die Idee gekommen mal wieder Wikipedia zu befragen und das "regnerische" London mit dem "sonnigen" Sydney verglichen. Mein bisheriger Eindruck von Sydneys Wetter ist, dass es hier im Vergleich zu Deutschland stärker regnet, der Wind stärker weht und die Sonne stärker scheint. Etwas überrascht hat mich Wikipedia jedoch schon.
| regnerisches London | sonniges Sydney | |
| Durchschnittlicher Jahresniederschlag | 601.5 mm | 1212.8 mm |
Im Gegensatz zu den allgemeinen Erwartungen an englisches und australisches Wetter ist dies sicherlich sehr überschaschend. Nun war die Meinung unserer englischen Mitbewohner: "In Sydney regent es seltener aber dafür stärker im Vergleich zu London". Wikipedia liefert auch einen Vergleich dafür
| regnerisches London | sonniges Sydney | |
| Durchschnittliche Anzahl der Regentage pro Jahr | 106.6 | 143.5 |
Nur von diesen beiden Statistiken würde man wohl klar London bevorzugen. Man kann das Wetter in Sydney jedoch auch nicht so schlecht reden. Es gibt hier auch viele sehr schöne Tage mit Temparaturen zwischen 18 und 24 Grad, blauem Himmel und viel Sonne. Diese Statistik gewinnt Sydney damit erwartungsgemäß.
| regnerisches London | sonniges Sydney | |
| Durchschnittliche Anzahl der Sonnenstunden pro Jahr | 1460 | 2480 |
Mittwoch, 12. Oktober 2011
Eine gute Tat für Griechenland
Am Montag, kurz vor der Mittagspause, erhielt ich einen Anruf von unserer Rezeption. Da wäre ein Kunde mit einem Formular auf deutsch und benötige Hilfe beim Ausfüllen. Dazu muss man vielleicht erklären, dass es in Australien keine einzige Deutsche Bank Filiale in dem Sinn gibt. Hier in Sydney gibt es nur ein einziges Bürogebäude. Dennoch hat es der Mann geschaft, sich mit seinem Antrag für das Telefonbanking, welchen er aus Deutschland zugesandt bekam, zu unserem Büro zu finden. Interessant wird es jedoch eigentlich erst, wenn man sein Problem hört. Er selbst war Grieche, hatte in den 60'er Jahren in Deutschland gearbeitet und sprach daher gut deutsch. Nach 3 Jahren ging wieder nach Griechenland zurück und kam kurz danach nach Australien. So weltoffen wie er war, verfolgte er natürlich die Nachrichten und wusste vom Zustand Griechenlands. Daher hatte er vor einiger Zeit ein Konto in Deutschland eröffnet und einen Teil seines Vermögens von Griechenland nach Deutschland überwiesen, von wo er gern einen Teil auch wieder nach Australien überweisen wollte. Der Rest unserers Gespräches drehte sich um das Ausfüllen des Formulars für das Telefonbanking, von welchem er sich auch mit dem Tipp, sich eine Geldkarte zu bestellen mit welcher er hier kostenfrei Geld abheben kann, nicht abbringen lassen wollte. Nach 20 Minuten hatten wir das Formular auch erfolgreich ausgefült und ich konnte meine wohlverdiente Mittagspause machen. Auch wenn zur Zeit täglich ein Artikel über Griechenland, Europa oder Deutschland auf der Titelseite jeder Zeitung ist, verdeutlichte dieser kleine Vorfall wie ernst dies rund um die Welt genommen wird.
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